Verleimt – oder wie man manches Mal zu leichtgläubig ist

Hast du den letzen Artikel hier im Blog gelesen? Ich tat es, natürlich. Und wunderte mich, wie wenig ich über unsere Welt weiß. Nicht der Bräuche wegen, die haben mich noch nie so richtig interessiert, muss ich leider zugeben. Nein, ich war auch ein wenig überrascht über meine fehlenden geografischen Kenntnisse. Mal ganz ehrlich: wenn du einen Ort nicht kennst, suchst du sofort danach? Also ich mag die chinesische Küche, aber sorry, ich weiß nicht woher die Bezeichungen Wang Tang und Chop Suey kommen. Die Situation ist ähnlich wie bei den beiden spanischen Dörfer in der Werbung für das Spülmittel Fairy. Es könnte sie geben, aber auch nicht. Muss man jetzt da immer direkt nachforschen? Nein. Denoch an dieser Stelle sei gesagt: es gibt sie wirklich.

Die Bräuche also. Sicherlich gibt es unzählige Varianten, die mir auf Anhieb als sehr suspekt erscheinen, dennoch, wenn ich so über den Irrsinn der Menschheit nachdenke, könnten sie durchaus der Wahrheit entsprechen. Schon Obelix sagte:„Die spinnen, die Römer.“ – man darf das ruhig auf alle unserer Vorfahren, auf die Gegenwart und sicherlich auf die Zukunft übertragen. Man denke nur an die Opfergaben und Götterbeschwörungen der alten Azteken – undenkbar heute und doch gab es das. Oder soll ich das nun auch wieder nicht glauben?

Gestern lief im Radio eine Sendung über Wahrsagungen und Vorraussagungen für 2010. Es gibt eine Menge „Berufener“, deren Vorhersagen noch ungenauer waren als die Wettervorsagen für den kommenden Sommer. Einzig Paul hat uns überzeugt. Es gibt auch schon Spekulationen für etwaige Zukunftsaussichten für dieses Jahr und damit meine ich nicht die Neujahrsanprache unserer Bundeskanzlerin.

Fluoreszierende Fische. Spinnerei, die jedoch nicht unmöglich ist. Und die Sache mit den Kinder als Leprechauns verkleidet – erinnert mich dann wieder an die Azteken. Kann also durchaus wahr sein. Oder die „marche poulets“ – warum nicht? Okay, Gold- statt Bleigießen, da habe ich kurz gestutzt, aber meine Güte, in Saudi-Arabien gibt es so viel Geld, da kann man ja auch zum Jahreswechsel ruhig ein bisschen dekadenter sein. Würde ich vieleicht auch tun, wenn ich das nötige Kleingeld hätte. Und die dabei herauskommenden „Skulpturen“ dann als Amulett um den Hals tragen. Eigentlich eine gute Idee, so haben meine Lieben ihr Glück dann auch immer bei sich.

Was aber, wenn sich am Ende herausstellt, dass alles nur Lügen waren? Wenn man mich nach Strich und Faden verar…t hat? Bin ich einfach nur leichtgläubig oder naiv? Oder ist der Autor dieser Geschichte ein Scharlatan und macht Baron Münchhausen und Käpt’n Blaubär Konkurrenz? Sind die Geschichten so überzeugend, dass die meisten darauf reinfallen? Oder gibt es so viel unglaubliches, dass schon die Wahrheit nicht mehr glaubwürdig ist?

Ich bin auf jeden Fall enttäuscht. Nicht darüber, dass ich dumm genug bin, diese Geschichten zu glauben, sondern, dass sie nicht wahr sind. Gedanklich war ich schon auf dem Weg nach Skandinavien um das kommende Silvester dort zu verbringen und Rentieren beim rückwärts Einparken zuzusehen …

Ein schönes Neues Jahr.

Über Manuela Potthast 61 Artikel
Mediengestalterin, Social Media Manager, mit kaufmännischer Basis, betreibt neben dem Schreiben auf der Beschäftigungs-Therapie noch 2 weitere Blogs. Ihre Themen sind Gestaltung, Kommunikation, Kunst & Kultur. Aktuell frischt sie mit einer Weiterbildung ihre Kenntnisse in (Social und Online) Marketing, PR, HTML & CSS, Projektmanagement, Kommunikationsmanagement und Präsentationstechniken auf. Ab dem Wintersemester 2017 wird ein Studium im Bereich Kulturwissenschaft angestrebt.

2 Kommentare

  1. Vielleicht sollte man sich einfach an Sir Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes halten; „Hat man das Unmögliche eliminiert, so muß, was übrigbleibt, mag es noch so unwahrscheinlich erscheinen, die Wahrheit sein“

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