Nahrung und Genußmittel? – Die Unschuld vom Lande?

Erschreckend die Meldungen über EHEC Erreger auf Rohkost. Menschen sind gestorben. Bis heute ist der Übertäter nicht ausgemacht, nachdem die spanische Gurke entlastet wurde. Was aber ist nun belastet? Eine Belastung für uns Konsumenten ist es allemal, müssen wir schließlich essen und bestenfalls auch noch Gesundes zu uns nehmen. Aber genau das ist der Knackpunkt – knackige Salte, fruchtige Tomaten und erfrischende Gurken sind tabu. In meinem Haushalt zumindest. Und da sind wir sicherlich nicht die einzigen. In den Supermärkten wurden vor Kurzem Gurken noch für fast einen Euro angeboten, lächenld habe ich auf dieses Angebot verzichtet, fast 2 D-Mark für eine dumme Gurke? – Nein! Soll sie doch verfaulen dort im Frischeregal. Nun werden sie einem hinterher geschmissen. Gleich 3 Gurken für einen Euro. Mit einem großzügigen Hinweis, dass diese Gurken aus Holland stammen. Alle. Die Tomaten auch. Und der Salat. Dachte ich noch bis vor ein paar Monaten, dass alles, was aus der Natur kommt, nicht schlecht sein kann .
Die Obst- und Gemüsebranche ist in Aufruhr, von Millardenverlusten ist die Rede. Nach dem Erreger wird immer noch gesucht, Hygiene wäre ein sinnvoller Schutz. Wobei ich mir da schon ein paar Gedanken mehr mache: wenn ich eine verseuchte Gurke/Tomate/Paprika oder was auch immer einkaufe, fasse ich diese in der Regel an. Sie liegt neben anderen Lebensmitteln im Einkaufswagen, kommt in dieselbe Tüte und wird zu Hause auf der Anrichte ausgepackt. Sind nun nicht alle mit ihr in Berührung gekommenen Lebensmittel, Tische, Taschen, Hände, Verpackungen kontaminiert? Auch wenn ich die Gurke vor dem Verzehr fein säuberlich wasche und schäle, das neben ihr in der Einkaufstasche gelegenen Glas Marmelade kommt ungeputzt auf den Frühstückstisch. Das steht sogar im Kühlschrank neben anderen Nahrungsmitteln, deren Verpackung rein theoretisch durch zarte Berührung belastet werden könnte. Bin ich hysterisch? Nunja, bei uns kommt derzeit wirklich kaum frisches Obst und Gemüse in den Einkaufswagen – solange nicht sicher ist, wo der EHEC Erreger nun herkommt und die Neuerkranktenzahlen deutlich zurückgehen bzw. komplett versiegt sind. Tut mir leid, Kinder, momentan keine Rohkost in der Schulbrotdose, sorry!
Erschreckend finde ich jedoch, dass es ständig neue Belastungen gibt, die uns die Nahrungsaufnahme erschweren. Gestern las ich, dass wir Konsumenten die Schuldigen wären, da wir saison-unabhängig ständig auf alle frischen Lebensmittel zugreifen wollen. Wir bestimmen den Absatzmarkt, indem wir kaufen und die Hersteller und Händler nachliefern. Das mag stimmen. Vor ein paar Jahren gab es eine Kampagne über „Erdbeeren zu Weihnachten“ (ich glaube das war von Brot für die Welt, bin jedoch nicht sicher) – über die Sinnlosigkeit dieses Angebotes. Da hat mich sehr nachdenklich gemacht. Aber seien wir doch mal ehrlich, ich möchte mich da einschließen, obwohl ich sehr naturnah aufgewachsen bin, wer weiß denn heute schon noch welches Obst oder Gemüse wann Saison hat? Dadurch, dass ständig alles vorhanden ist, man selten selbst produziert, ist man selbst mit der Natur uneins. Natürlich kaufe ich Weintrauben im Frühjahr, bin mir aber fast sicher, dass diese gewöhnlich im Herbst reifen. Diese Weintrauben kommen dann eben aus Südafrika, dort in dann nämlich Herbst und alles ist wieder im Lot. Gestern habe ich frische Kiwi gekauft. Aus Chile. Weit weg von EHEC und Gülle belasteter Rohkost. Oder irre ich mich? Abgekochte Kiwi sind außer in Marmelade auch nicht so lecker …

Was dürfen wir nun unbeschadet zu uns nehmen, ohne Angst haben zu müssen, dran zu erkranken, unsere eigenen Gene zu verändern, womöglich daran zu sterben? Gehen wir back to the roots und werden in Zukunft wieder zu Selbstversorgern?
Es werden Tipps gegeben, nun lieber bei möglichst nahen Erzeugern zu kaufen, ortsansässige Erzeuger würden zu dieser Zeit witterungsgebedingt Gemüse in Gewächshäusern aufziehen, dort ist ein Durchkommen mit großen Güllewagons nicht möglich, somit könnte man diese Belastung fast auschließen. Am besten man kaufe beim Bio-Bauern des Vertrauens in der Nachbarschaft. Okay, wenn ich mir dessen Hof ansehe, wirklich sicher gehen kann, dass dort nicht mit Gen manipulierten Düngemittlen und eventuell verseuchten Naturdüngern gehandhabt wird, ist das für mich eine gute Alternative. Gab es vor Kurzen jedoch auch hier einen skandalösen Vorgang, wo angeblich biologisch gesund gehaltene Öko-Tiere zusammen mit herkömmlicher Zucht aufwuchsen.

Ich möchte hier nicht alle Erzeuger angreifen! Ich möchte allerdings die bösen Schafe, die nur aus Kommerz Schmerz auf sich nehmen – den anderer – mal ansprechen. Wir Konsumenten müssen euch vertrauen! Nicht jeder hat die Möglichkeit, sein eigenes Gemüse und Obst anzubauen, bzw. womöglich noch Nutzvieh zu halten. Wir müssen einkaufen, was ihr uns anbietet! Wir müssen essen. Wir müssen euch vertrauen und dürften eigentlich auch erwarten dürfen, das wir einwandfreie Nahrungs- und Genussmittel zu uns nehmen können. Unbelastet von Schadstoffen, nicht manipuliert, frei von Schädlichem – auch wenn es nicht super-bio-bio ist! Wir sind von euch abhängig und mal ganz ehrlich – ohne uns würdet ihr doch auch nicht exitieren können! Ihr füttert uns und wir füttern euch. Macht was draus. Was Gutes.

Wie geht es eigentlich unseren Eiern? Sind die wieder gesund?

Über Manuela Potthast 61 Artikel
Mediengestalterin, Social Media Manager, mit kaufmännischer Basis, betreibt neben dem Schreiben auf der Beschäftigungs-Therapie noch 2 weitere Blogs. Ihre Themen sind Gestaltung, Kommunikation, Kunst & Kultur. Aktuell frischt sie mit einer Weiterbildung ihre Kenntnisse in (Social und Online) Marketing, PR, HTML & CSS, Projektmanagement, Kommunikationsmanagement und Präsentationstechniken auf. Ab dem Wintersemester 2017 wird ein Studium im Bereich Kulturwissenschaft angestrebt.

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