Wozu Social Media? Warum benutzt du Facebook, Twitter und Co.?

Jeder spricht von Social Media. Aber warum benutzen wir eigentlich Twitter, Facebook, Google+ und Co.? Was machen die Menschen, beruflich wie privat, in Sozialen Netzwerken? Ist es reine Extrovertiertheit?  Sind Soziale Medien nur für Selbstdarsteller gemacht? Gehen wir mal den Fragen auf den Grund.

Warum Twitter?

Manchmal werde ich von meinen Freunden gefragt, was ich überhaupt bei Twitter mache. Ob ich mir Kurznachrichten durchlese, die lediglich Inhalte wie  „Bin mal eben auf dem Klo“ oder „doofer Tag“ hervorbringen. Nein. Schließlich kann man bei Twitter selbst entscheiden, wem man folgt und wem nicht. Man sucht sich nach eigenem Gusto und Interessensgebieten Twitterer aus, die dementsprechend Kurznachrichten verfassen.  Manchmal sind es Tipps in beruflicher Hinsicht, hilfreich um die eigene Karriere voranzutreiben. Manchmal sind es Einladungen zu Events zu bestimmten Themengebieten, die für mich interessant sind. Oder es sind Neuigkeiten im Technikbereich, der Reisebranche, Kunst & Kultur, IT & Medien – je nachdem, wo die (meine) Interessen gelagert sind und wem ich folge. Das ist ganz alleine meine Entscheidung und bisher hatte ich niemals solch sinnlosen Inhalt wie oben beschreiben.

Warum Twitter? Man könnte meinen 140 Zeichen sind nicht gerade viel um wirklichen Inhalt verbreiten zu können. Interesse zu wecken oder wirklich umfassend zu informieren. Aber es funktioniert trotzdem. Hervorragend. Twitter bietet schließlich die Möglichkeit mit kurzen knappen Worten – mit 140 Zeichen – die Essenz der Hauptnachricht aufzubereiten. Geschickt gemacht, hat man schon alleine mit einer guten Headline die Chancen auf viele Leser. Bei Twitter heißt das: mit einem kurzen, knappen Vorschau, bestehend aus nicht mehr als 140 Zeichen, Interesse bei möglichst vielen Lesern zu wecken. Der integrierte, verkürzte Link bringt den interessierten Leser dann zu dem eigentlichen Inhalt. Es braucht vielleicht ein bisschen Geschick, um mit den vorgegeben Beschränkungen von 140 Zeichen Interesse zu wecken oder aber man hat Themen, die von einer Relevanz sind, dass auch nur ein kurzer Anriss ausreicht, um Interessenten auf die eigenen Seite zu bekommen.

Twitter ist allgemein zugänglich, das heißt, jeder, der möchte, kann alles lesen. Theoretisch. Es gibt keinen Ausschluss von Nicht-Twitterern, jedem, dem das Internet zugänglich ist, stehen Twitter-Nachrichten zur Verfügung. Zudem baut man sich eine eigenen kleine Gemeinde von potenziellen Lesern auf. Mit Freunden kann es beginnen, damit man erst einmal den einen oder anderen Follower hat.

Geben und Nehmen

Jedoch ist es wie in allen Bereichen ein Geben und Nehmen. Bzw. sollte man – was auch in anderer Hinsicht von Vorteil ist – sich nach seinen eigenen Interessensgebieten Twitterer suchen, denen man folgen möchte. Wenn du z.B. Interesse an Sport, speziell an Fussball hast, folgst du deinem Lieblingsverein.  Gehst du regelmäßig zu Spielen, kannst du Spielstände oder kurze Spielberichte twittern. Wunderbar mit #Hashtags ausgestattet wird dein Thema besser gefunden. Vielleicht hängst du dich bei einem wichtigen Spiel an einen bereits vorhanden Hashtag und auch Benutzer, die dir nicht folgen, werden auf deine Tweeds aufmerksam. Hin und wieder kommt ein neuer Follower dazu. Vermehrt Menschen, die du nicht kennst. Menschen, die sich für deine Tweeds, für deinen Schreibstil, dein Thema interessieren. So baut sich langsam aber stetig eine Follower- Gemeinde auf.

Du musst nur am Ball bleiben, weitermachen, vielleicht um ergänzende Themengebiete erweitern. Dich mit anderen Twitterern verbinden, geben und nehmen. Aus Followern können Freunde werden. Aus „Verfolgten“ Meinungsbildner, Ideengeber, Vorbilder. Du liest Nachrichten von Fussballern deines Vereins, verfolgst einschlägigen Sport Nachrichten Kanäle oder TV Sender mit Hauptaugenmerk auf Fussball. Du ziehst Informationen aus deinen Kanälen und hast hier die Möglichkeit aktuell und kurzfristig Informationen weiterzugeben, zu recherchieren, Meinungen einzuholen und wieder zu geben.

Vielleicht erweiterst du deine Sozialen Medien mit einem eigenen Blog. machst ausgiebige Spielberichte, veröffentlichst eigenen Fotos und vielleicht hast du die Möglichkeit zu einem kurzen Interviews deines Lieblings-Spielers vor oder nach einem öffentlichen Training und kannst es im Blog veröffentlichen. Bekommst Leser dazu. Und kannst Twitter als Verteilstelle für deine Blogbeiträge nutzen. Die Beiträge derer, denen du folgst, bringen dir vielleicht Themen nahe, mit denen du dich ausgiebiger beschäftigst, die dich vielleicht zur einem eigenen Beitrag animieren. Deine Meinung zählt, du erzeugst Inhalt, der für andere von Bedeutung oder zumindest von Interesse ist. Ein Geben und Nehmen. In jeder Hinsicht. Und wenn es ganz gut läuft bekommst du vielleicht ein Angebot, für ein großes Medienunternehmen zu twittern und/oder zu bloggen. Du verdienst Geld damit. Und schon wird aus einem reinen Hobby ein Beruf. Eine Berufung? Das musst du entscheiden.
Das ist auf viele Bereiche anwendbar. Egal, ob man nun rein privat twittert, sich über „alles Mögliche“ informiert oder ob es rein beruflich ist. Vielleicht twitterst du nur über das Leben allgemein. Erzählst von täglichen Begebenheiten, Highlights oder Abgründen. Vielleicht bist du ein Sprachgenie, kannst hervorragend mit Worten umgehen, erzählst ganze Geschichten mit nur 140 Zeichen.

Wie z.B. Florian Meinberg. Von Beruf Werbefilmregisseur. Kreativ mit Sicherheit. Mit nur 140 Zeichen hat Florian Meinberg  auf Twitter  Kurzgeschichten veröffentlicht. Geschichte/n geschrieben, nie zuvor Dagewesenes … Auf die Länge kommt es an – daraus wurde sogar ein Buch. Ich habe Florian Weinberg schon lange bei Twitter verfolgt, die Kurzgeschichten sind einfach genial! Habe mir das Buch aber dennoch gekauft, bzw. es mir schenken lassen. Unbedingt empfehlenswert! Tiny Tales. Sehr kurze Geschichten. Wunderbar. Kann man mal schnell zwischendurch lesen. Und – er wurde damit berühmt. Wer hat in damals bei Stefan Raab gesehen? Schon interessant. Und gewinnt den Grimme Online Award Spezial 2010! So kann es gehen.

Warum Twitter? – Darum!

Ist dieser Mensch extrovertiert oder hat er einfach nur Lust an guten Geschichten? Spannung mit nur 140 Zeichen aufzubauen, die Phantasie seiner Leser anzuregen? Was meinst du

Und es gibt auch die Twitteratur. Muss man auch unbedingt lesen! Weltliteratur in 140 Zeichen. Perfekt. Geschrieben von zwei jungen Amerikanern, die sich fast nebenbei mit Literatur beschäftigen.

twitterbild

Was ist deine Motivation? Wozu nutzt du Twitter? Oder hast du bisher diesen Kurznachrichtenkanal bei Seite gelassen? Such‘ dir Interessensgebiete, die dir liegen. Fange an jemanden zu folgen, der mit seinen Tweets bei dir Aufmerksamkeit erweckt. Egal warum. Fange an selbst etwas mitzuteilen.  Kannst du auch Geschichten schreiben?

Oder nutzt du Twitter ausschließlich beruflich? Gibst du Themen vor, die für deine potenziellen Kunden von Bedeutung sein könnten? Einblicke in den Berufsalltag, in dein Unternehmen, dien Aufgabengebiet, stellst deine Mitarbeiter vor. Deine Produkte oder Dienstleistungen? Wissenswertes rund um die Branche in der du tätig bist. Mehrwert für bestehende und kommend Kunden. Nutzen. Erfahrung. Kontakte finden. Netzwerke aufbauen. Weiterkommen. Nutze das Wissen, was dir deine Zulieferer über Twitter geben können. Produktneuheiten, Einsatzgebiete, Technikneuerungen.

Was gibt Twitter mir persönlich? Ich habe mir ein paar nette Leutchen rausgesucht, denen ich ich folge. Das sind Menschen und Institutionen, die Informationen an mich (und alle anderen) herantragen, die ich gebrauchen kann. Die in meinem Fall hauptsächlich über Marketing, Social Media, Medien(-berufe), Weiterbildung berichten,  Das sind Blogger,  Selbstständige, der Papst, Journalisten und Freunde.  Tweets, die mein Interesse geweckt haben. Und ich freue mich, wenn es unter meinem Followern Menschen gibt, die mir nicht nur etwas verkaufen wollen, sondern vielleicht auch Interesse an meinem Tweets haben.  Ja – man fühlt sich auch ein bisschen geehrt, wenn „große“ Namen darunter sind.

Wie du feststellen kannst, gibt es viele Möglichkeiten Twitter relativ sinnvoll zu nutzen. Warum fragst du also noch? Fang an an zu twittern!

Und weil ich so schlecht mit nur 140 Zeichen kann, werde ich in kommenden Beiträgen über den Sinn anderer Social Media Kanäle berichten 😉

Über Manuela Potthast 61 Artikel
Mediengestalterin, Social Media Manager, mit kaufmännischer Basis, betreibt neben dem Schreiben auf der Beschäftigungs-Therapie noch 2 weitere Blogs. Ihre Themen sind Gestaltung, Kommunikation, Kunst & Kultur. Aktuell frischt sie mit einer Weiterbildung ihre Kenntnisse in (Social und Online) Marketing, PR, HTML & CSS, Projektmanagement, Kommunikationsmanagement und Präsentationstechniken auf. Ab dem Wintersemester 2017 wird ein Studium im Bereich Kulturwissenschaft angestrebt.

1 Kommentar

  1. Ich möchte Twitter als Quelle für Informationen und Ideen auf keinen Fall mehr missen. Aber es ist halt wie mit allem: die Dosis machts. Nochmal eine andere Frage ist, inwieweit man Twitter für seine geschäftlichen / unternehmerischen Zwecke nutzen kann. Da, glaube ich, gehen viele Rechnungen nicht auf. Solange man seinen Account nicht wirklich intensiv und proaktiv betreibt, wird man kaum Erfolge verzeichnen.

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